Imagine the Pluriverse

Im Herbst 1971, also vor 55 Jahren, veröffentlichte John Lennon den Song “Imagine”, der, wie er später zugab,  sehr stark von seiner Lebensgefährtin Yoko Ono beinflusst war. So steht’s zumindest bei Wikipedia. Heute gilt sie als offizielle Ko-Autorin. Recht so!

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Viele Welten – eine Erde für alle

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In Kooperation mit der Klima Biennale Wien lud Wachstum im Wandel Österreich am 6. Mai 2026, 18 – 21 Uhrzu einer Veranstaltung mit Mitgliedern des Club of Rome sowie Expert*innen und Aktivist*innen aus Österreich.

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Am Ende unserer Veranstaltung „Imagine the Pluriverse“ im Café Friedlich des KunstHausWien Museum Hundertwasser haben die 25 Teilnehmer*innen gemeinsam mit Karin Österreicher dieses Lied gesungen. „Singen ist für mich eine der schönsten Arten, mich auszudrücken. Ich ermutige Menschen, ihre Stimme in Gemeinschaft mit anderen erklingen zu lassen. Wir erleben miteinander, wie wohltuend, stärkend und verbindend das einfache Singen ist“, sagt Karin. Das ist ihr definitiv gelungen.

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Begonnen hat die Veranstaltung mit dem Video einer filmisch/theatralen Performance der argentinischen Künstlerin und Aktivistin Vera Czemerinski „Meadows – unsere Schönheit“ erstmals auf deutsch. Inspiriert vom Bericht „Die Grenzen des Wachstums“ des Club of Rome (1972) zieht die Performance eine Parallele zwischen den Szenarien, die vor einem halben Jahrhundert präsentiert wurden, und ihrem eigenen Leben. Hier ein Trailer der spanischen Version.

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Die Performance verwebt verschiedene Erzählstränge und trifft auf eine dringliche Gegenwart, in der die sozio-ökologische und öko-systemische Krise sowohl persönliche Wünsche und Möglichkeiten als auch kollektive Pläne und Projekte beeinflusst. Es ist ein Theaterspiel, das gleichzeitig informiert und das Publikum einlädt, die notwendige Trauer über den aktuellen Zustand der Welt zuzulassen.

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„Wie können wir die Realität verändern oder uns an sie anpassen, wenn wir sie nicht verstehen oder so akzeptieren, wie sie ist? Sind wir uns des aktuellen Zustands unserer Zivilisation auf diesem Planeten bewusst, oder schieben wir ein ehrliches Verständnis einfach auf, weil es zu sehr in unser Leben eingreift, so sehr, dass es wehtut, und es besser ist, heute nicht darüber nachzudenken?“ sagte sie mir kürzlich in einem Interview, das Fritz Hinterberger für seinen Substack-Blog mit ihr geführt hat. Ihre Performance ist ein offener Aufruf an die gemeinsame Vorstellungskraft, die wir kollektiv entwickeln können, um mögliche Zukünfte zu erfinden und zu bewohnen.

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Neben ihrer künstlerischen Arbeit kämpft Vera  in Argentinien gegen die Öffnung von Gletschern für die Extraktion „kritischer Rohstoffe“. Im Anschluss an die Performance hat sich Vera live per Livestream aus Buenos Aires zugeschaltet und darüber gesprochen, wie ihre künstlerischen und aktivistischen Zugänge einander beeinflussen. 

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Zwischen den beiden künstlerischen Blöcken präsentierten wir drei Videos aus dem Club of Rome.

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Anders Wijkman, Ehrenpräsident des Club of Rome wurde von Fritz Hinterberger zu Themen Materiel und Konsum, Ungleichheit und Unternehmen sowie Kunst und Wissenschaft interviewt.

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Die indische Entwicklungsökonomin Jayati Ghosh stellte die im Club of Rome-Bericht Earth4All auch für Österreich entwickelten fünf erforderlichen Kehrtwenden in den Rahmen der globalen Entwicklung

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und der Unternehmer, Aktivist und Nachhaltigkeitsexperte Daniel Dahm, Mitglied in der deutschen Gesellschaft des Club of Rome, ergänzte eindringliche Worte zum angeblichen Wachstumszwang, der uns ins Anthropozän gebracht aber nicht mehr daraus befreien wird.

(die Langfassung dieses Videos von der Veranstaltung CULTURE IS/AS/FOR CHANGE findet sich im Youtube-Kanal des Museum Neukölln)

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Dazwischen führte Fritz Hinterberger, Vorstandsmitglied von Wachstum im Wandel und Mitglied im Club of Rome, zwei Gespräche mit drei Expertinnen und einem Experten zu den Zusammenhängen unter anderem von Rohstoffextraktion, Wachstum, Rüstung, Ungleichheit und Frieden.

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Die Sozialwissenschaftlerin und Aktivistin Hanna Braun (Attac Österreich) diskutierte mit Katja Hummer,  Referentin in der Abteilung EU-Koordination Umwelt & Klima im Kimaministerium und Mitglied bei Wachstum im Wandel, über die Grenzen des Wachstums und den untauglichen Versuch, diese mit Aufrüstung zu überwinden. 

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Wilfried Altzinger, Gründer und bis 2023 Leiter des Forschungsinstitutes „Economics of Inequality“ an der Wirtschaftsuniversität Wien, verwies auf seinen Lehrer Kurt Rothschild, den „bedeutendsten Ökonomen des 20. Jahrhundert in Österreich“ mit dem Hinweis, Wachstum sei ohne Betrachtung der Verteilung überhaupt nicht aussagekräftig und Gertrude Suschko, Vorstandsmitglied im Austrian Chapter des Club of Rome ergänzte die zentrale Rolle, die Frieden auf regionaler und globaler Ebene für die ökonomische und soziale Entwicklung hat.

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Daran anschließend konnten die Teilnehmer*innen im Publikum in einer Gruppenaktivität selbst ihre Vorstellungen zur systematischen Dynamik der präsentierten Konzepte einbringen.

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Hier findet Ihr noch die Präsentation mit der Fritz Hinterberger durch den Abend führte:

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Die Veranstaltung war für uns Auftakt für weitere Events dieser Art in Wien und in den Bundesländern. Gerne halten wir Euch mit unserem Newsletter auf dem Laufenden.

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Please find some information on this event in English here:
https://wachstumimwandel.at/imagine-the-pluriverse_en/